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Wilde Appalachen
Die Wälder, die die Bergkämme und Täler der Appalachen bedecken, gehören zu den artenreichsten der Welt. Sie erstrecken sich in endlosen Kilometern entlang der nordamerikanischen Ostküste. Alfred Vendls und Steve Nicholls' aufwändige Produktion behandelt den südlichen Teil des Gebirges, das vor 250 Millionen Jahren geformt wurde, als Afrika mit Nordamerika kollidierte und alle Kontinente einen einzigen Superkontinent namens Pangäa bildeten. Dieses uralte Gebirge ist im Laufe der Zeit verwittert und bildete unzählige Bergkämme und Täler, die dicht bewaldet sind - eine undurchdringliche Wildnis für die ersten Entdecker wie den berühmten Trapper Daniel Boone, dem James Fenimore Cooper als "Lederstrumpf" ein literarisches Denkmal setzte.
Das Bemerkenswerteste an den Wäldern der Appalachen ist die Artenfülle. Es gibt im Smoky-Mountains-Nationalpark mehr Baumarten als in ganz Europa. Jeden Frühling sind die Waldböden von einer unglaublichen Fülle an Blumenarten bedeckt. Wenn die ersten Frühlingsregen die Böden durchtränken, zeigen sich alle möglichen Arten von Salamandern. Hier leben zehn Prozent aller weltweit existierenden Arten - sie machen die Appalachen zur Welthauptstadt der Salamander. Doch in den Appalachen gibt es auch eine Menge Großtiere: Schwarzbären bevölkern in großer Zahl die Wälder.
Schon als sich der legendäre Trapper Lederstrumpf sich durch die Wildnis kämpfte, die er als "a hunter's paradise" schätzte, ein Paradies für Jäger, waren die Appalachen keineswegs ein menschenleeres Land. Ursprünglich beherbergte dieses Gebiet zwischen Georgia und Kentucky das Kernland eines der größten Indianerstämme Nordamerikas, der Cherokee.
Der Film betrachtet dieses Stück Natur vor allem auch aus der Sicht dieser Ureinwohner. Nicholls und Vendl behandeln auch die Kriege um die natürlichen Ressourcen, die die Cherokee mit den ersten europäischen und später mit den amerikanischen Siedlern in Konflikt brachten. Diese Konflikte endeten im "Zug der Tränen", als die Cherokee mit militärischer Gewalt gezwungen wurden, ihre Heimatwälder zu verlassen. Sie wurden nach Oklahoma geführt - im bitterkalten Winter von 1838. Ein Viertel der Cherokee starb dabei. Einige jedoch entkamen und versteckten sich im Schutz der Wälder. Diese Indianer wurden die Begründer des Stammes der heutigen Ost-Cherokee, mit dem die Produktion zusammenarbeitete, um den vorliegenden Film möglichst authentisch herstellen zu können.
Der Film wird von einer von Steven Faux speziell komponierten Bluegrass- und Cherokee-Musik unterstützt, die großteils vor Ort aufgenommen wurde. Sie enthält Teile, die von Eddie Bushyhead auf der Cherokee-Rohrflöte gespielt wird. Dieses Instrument hat der Cherokee-Musiker "wiedererfunden", nachdem es nach dem "Pfad der Tränen" in Vergessenheit geraten war. Heute ist Eddie Bushyhead einer von zwei Personen, die dieses außergewöhnliche Instrument spielen.
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